wirsprechenfotografisch – ein Fotoprojekt

wirsprechenfotografisch ist eine Initiative mit dem Ziel, die Integration von jungen geflüchteten Menschen zu unterstützen und den gesellschaftlichen Dialog zu fördern. Zur Umsetzung dieses Ziels nutzen wir das Medium Fotografie als universelle Kommunikationsform und konzentrieren uns dabei auf folgende Schwerpunkte:

• Die Überwindung von anfänglichen Sprachbarrieren durch          Bildsprache
• Orientierung in der Stadt als spielerische Sozialraumerkundung
• Die Förderung von Aktivität, kreativer Ausdrucksform und     Selbstvertrauen
• Sprachliche Lerneffekte durch gezielte Aufgabenstellung
• Die Mitgestaltung des eigenen Wohnraums
• Die Herstellung eines interkulturellem Dialogs
• Der Abbau von Vorurteilen und die Förderung von Toleranz

Fotografie als Lernmedium

In den Projekten mit Jugendlichen aus den unterschiedlichsten Herkunftsländern bestätigte sich unser Ansatz, dass Fotografie ein Medium ist, mit dem man lernen kann – und zwar auf vielen Ebenen. Der Weg bis zu einem fertigen Foto und ggf. einer Ausstellung erfordert mehrere Arbeitsschritte, die unterschiedliche kognitive und soziale Fähigkeiten fördern. Ein großer Vorteil von kulturellen oder sportlichen Angeboten liegt darin, dass das Lernen – z.B. der deutschen Sprache – nicht als solches im Vordergrund steht, sondern »nebenbei« stattfindet. Insofern verstehen wir unser Projekt als optimales Ergänzungsangebot zum herkömmlichen an Schule orientierten Sprachunterricht.

Das Erlernen von technischen und fotografischen Fähigkeiten kann dabei weit mehr sein als ein schöner Nebeneffekt, sondern Ansporn für Berufswünsche, erfüllende Freizeitbeschäftigungen und Austausch mit Menschen aus anderen Kulturkreisen.

Arbeitsmethoden:

Bei unserer Arbeit mit den jungen geflüchteten Menschen legen wir sehr viel Wert darauf, wenig vorschreibend und möglichst auf Augenhöhe mit den Teilnehmern zu arbeiten und zu kommunizieren. Das schafft erfahrungsgemäß ein gutes Vertrauensverhältnis und eine Basis für eine gelingende Projektarbeit.

Niemand ist verpflichtet bei uns mitzumachen oder erhält ein Zertifikat oder ähnliches und trotzdem werden wir häufig von den Jugendlichen gebeten, wieder ein Fotoprojekt in ihrer Einrichtung anzubieten. Man merkt ihnen die Freude an, aus den oft tristen Unterkünften heraus zu kommen und Hamburg zu erkunden.

Durch die Vorgabe von bestimmten Themen und Aufgaben, legen wir für das jeweilige Fotoprojekt Rahmenbedingungen fest, um die Motivsuche interessanter zu gestalten und ein beliebiges Knipsen zu vermeiden. So trainieren wir die Konzentrationsfähigkeit auf die Erfüllung von Aufgaben und bringen die geflüchteten Menschen auf andere Gedanken, jenseits ihrer aktuellen Sorgen und ihrer tragischen Erlebnisse.